
Kategorie: Halterhaftung
Für Fuhrparks ist die neue Verjährungsfrist vor allem eine Frage der Datenhaltung.
„Die Frage im Anhörungsbogen ist seit Juli dieselbe. Nur kommt sie jetzt, wenn Ihre Daten schon gelöscht sind.“
– Alexander Schuh, Geschäftsführer moviqon
Seit dem 1. Juli 2026 gilt für Verkehrsordnungswidrigkeiten nach § 24 Abs. 1 StVG eine einheitliche Verfolgungsverjährung von sechs Monaten (§ 26 Abs. 3 Satz 1 StVG). Die bisherige Staffelung – drei Monate bis zur Anhörung oder zum Bußgeldbescheid, danach sechs – ist entfallen. Für Fuhrparks bedeutet das: Anhörungs- und Zeugenfragebögen können bis zu einem halben Jahr nach dem Verstoß eintreffen. Ob sich der Fahrer dann noch zuordnen lässt, entscheidet die Aufbewahrungsdauer der eigenen Systeme – und die steht in vielen Unternehmen noch auf drei Monaten.
Die für Fuhrparks folgenreichste Gesetzesänderung dieses Jahres passt in einen Halbsatz – und wurde entsprechend wenig beachtet. In der Berichterstattung zur StVG-Novelle ging es um den digitalen Führerschein, um Scancars und um den Punktehandel. Die Verjährungsfrist tauchte kaum auf.
Dieser Beitrag ordnet die Änderung aus Fuhrparksicht ein und benennt, was in Prozessen und Löschkonzepten anzupassen ist. Wie Obliegenheiten und Halterpflichten insgesamt zusammenwirken, behandelt ergänzend unser Beitrag zu Risikomanagement im Fuhrpark.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick – die Kernfakten
Das Fünfte Gesetz zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften wurde am 26. März 2026 vom Bundestag beschlossen, datiert vom 12. Mai 2026 und wurde im Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 142 vom 18. Mai 2026 verkündet. Die wesentlichen Teile traten zum 1. Juli 2026 in Kraft; die Regelungen zum digitalen Führerschein folgen, sobald die technischen Voraussetzungen vorliegen.
In der Berichterstattung standen drei Punkte im Vordergrund: der digitale Führerschein, die digitale Parkraumkontrolle und der neue Bußgeldtatbestand gegen den Punktehandel. Die Änderung mit der größten Alltagswirkung für Fuhrparks kam in den Meldungen kaum vor.
Die Formel „von drei auf sechs Monate“ verkürzt den Sachverhalt. Genauer ist: Die alte Regelung war gestaffelt, die neue ist einheitlich.
| Zeitraum | Regelung |
|---|---|
| bis 30. Juni 2026 | gestaffelt: drei Monate bis zur Anhörung beziehungsweise zum Erlass des Bußgeldbescheids, danach sechs Monate |
| seit 1. Juli 2026 | einheitlich sechs Monate ab Tatbegehung; die Drei-Monats-Grenze entfällt vollständig |
Der praktische Effekt: Der Bußgeldstelle steht von Beginn an doppelt so viel Zeit zur Verfügung, um Halter oder Fahrer zu ermitteln und das Verfahren zu betreiben. Entscheidend ist, ob innerhalb der sechs Monate eine verjährungsunterbrechende Maßnahme nach § 33 OWiG ergriffen wird.
Zur Übergangslage: Die längere Frist erfasst nach verbreiteter Auffassung auch Fälle, bei denen die alte Frist am 1. Juli 2026 noch nicht abgelaufen war. Ob und in welchem Umfang das im Einzelfall gilt, ist eine Rechtsfrage – bei laufenden Verfahren lohnt die anwaltliche Prüfung.
Anhörungs- und Zeugenfragebögen können jetzt bis zu einem halben Jahr nach dem Verstoß eintreffen. Die Frage darin ist immer dieselbe: Wer ist gefahren?
In vielen Unternehmen sind die relevanten Systeme auf drei Monate Vorhaltung eingestellt. Diese Einstellung stammt aus der alten Rechtslage – sie war dort sachgerecht und wurde bei der Gesetzesänderung nicht mitgezogen. Das Ergebnis ist eine Lücke von rund drei Monaten, in der Anfragen eintreffen können, die sich nicht mehr beantworten lassen.
Sinnvoll ist eine Aufbewahrung von mindestens sechs bis sieben Monaten. Der Puffer über die sechs Monate hinaus deckt Postlauf, interne Weiterleitung und Bearbeitungszeit ab – ein Anhörungsbogen, der am Tag 178 versandt wird, liegt selten am Tag 179 auf dem richtigen Schreibtisch.
Die Fahrerzuordnung ist in den meisten Fuhrparks auf mehrere Systeme verteilt – mit jeweils eigener Löschfrist.
| Quelle | Aussagekraft |
|---|---|
| Fahrzeugüberlassungsverträge | Bei fest zugeordneten Fahrzeugen die einfachste Zuordnung – aber ohne Aussage über Mitnutzung durch Dritte |
| Buchungsdaten bei Poolfahrzeugen | Der kritische Fall – hier entscheidet die Vorhaltung des Buchungssystems über die Auskunftsfähigkeit |
| Schlüsselausgabe und Übergabeprotokolle | Oft die einzige Quelle bei kurzfristiger Nutzung, häufig nur auf Papier oder gar nicht geführt |
| Tank- und Ladekartenbuchungen | Plausibilitätsstütze, kein Nachweis – belegt Nutzung im Zeitraum, nicht zur Tatzeit |
| Telematikdaten | Nur soweit vereinbart und mitbestimmt – die Zweckbindung ist hier besonders sorgfältig zu prüfen |
Der Poolbereich ist der Engpass. Bei fest zugeordneten Fahrzeugen reicht in der Regel der Überlassungsvertrag; bei Poolfahrzeugen steht und fällt die Auskunftsfähigkeit mit dem Buchungssystem – und genau dort ist die Löschfrist meist technisch voreingestellt und wurde nie bewusst gewählt.
Wer den Fahrer nicht benennen kann, bekommt nicht automatisch ein Bußgeld. Er bekommt ein anderes Problem: die Fahrtenbuchauflage nach § 31a StVZO. Im Wiederholungsfall kann sie für den gesamten Fuhrpark angeordnet werden.
Wichtig zur Einordnung: Eine allgemeine gesetzliche Pflicht des Halters, den Fahrzeugführer zu benennen, wurde nicht eingeführt. Es bleibt beim bisherigen System – kein Benennungszwang, aber die Fahrtenbuchauflage als Folge fehlender Mitwirkung. Die Novelle ändert daran nichts; sie verlängert nur den Zeitraum, in dem die Frage gestellt werden kann.
Der wirtschaftliche Unterschied ist erheblich. Ein Bußgeld für einen Parkverstoß liegt im zweistelligen Bereich. Eine Fahrtenbuchauflage für eine Flotte bedeutet dauerhaften Dokumentationsaufwand über Monate – mit entsprechendem Personaleinsatz und ohne jeden Nutzen für das Unternehmen.
Dieselbe Novelle hat mit § 4c StVG einen eigenen Bußgeldtatbestand für den sogenannten Punktehandel geschaffen. Der Bußgeldrahmen reicht über § 23 StVG bis 30.000 Euro.
Erfasst sind bewusst falsche Angaben zur Fahrereigenschaft gegenüber Behörden, das Veranlassen solcher Angaben, das Anbieten entsprechender Dienstleistungen sowie Vermittlung und Werbung dafür. Entscheidend für Fuhrparks: Die Sanktionierung wurde ausdrücklich auf den privaten Bereich ausgeweitet. Auch Gefälligkeitsangaben ohne Bezahlung fallen darunter.
Damit ist eine in manchen Betrieben informell geübte Praxis – Verstöße auf Kolleginnen, Kollegen oder die Fuhrparkleitung umzuschreiben – ein eigener Tatbestand. Das gehört in die Car Policy und in die jährliche Fahrerunterweisung, nicht in die Fußnote.
Der Zusammenhang mit der Verjährungsverlängerung ist kein Zufall: Beide Änderungen zielen darauf, die Fahrerermittlung wirksamer zu machen – die eine über mehr Zeit, die andere über die Sanktionierung von Falschangaben. Für Fuhrparks heißt das, dass der Weg des geringsten Widerstands teurer geworden ist.
Die Frage im Anhörungsbogen ist seit Juli dieselbe. Nur kommt sie jetzt, wenn Ihre Daten schon gelöscht sind.

Dieselbe Novelle schafft mit § 63g StVG die Rechtsgrundlage für die digitale Parkraumkontrolle – sogenannte Scancars, die im Vorbeifahren Kennzeichen erfassen und mit den Parkberechtigungen abgleichen.
Für Fuhrparks ist das der Punkt, der in Kombination mit der Verjährungsverlängerung wirkt. Parkverstöße sind das klassische Massendelikt im Flottenalltag – Lieferverkehr, Außendienst, Handwerk. Werden sie systematischer erfasst, steigt die Zahl der Anhörungsbögen. Und jeder einzelne trifft nun auf ein Zeitfenster von sechs Monaten.
Mehr erfasste Verstöße bei längerer Frist: Beide Änderungen zusammen erhöhen die Zahl der Fälle, in denen ein Fuhrpark auskunftsfähig sein muss.
Wie schnell und flächendeckend Kommunen die neue Möglichkeit nutzen, lässt sich derzeit nicht abschätzen. Für die Prozessplanung ist das aber zweitrangig: Wer den Bearbeitungsweg für Anhörungsbögen ohnehin überarbeitet, sollte ihn gleich auf ein höheres Volumen auslegen.
Die Novelle schafft die Rechtsgrundlage für den digitalen Führerschein als ergänzendes elektronisches Dokument. Der europäische Rahmen dafür steht mit der Richtlinie (EU) 2025/2205 über den Führerschein, die im November 2025 in Kraft trat; die Umsetzung in nationales Recht und der Anwendungsbeginn liegen mehrere Jahre in der Zukunft.
Für die Praxis ändert das kurzfristig nichts. Der digitale Führerschein ist Ergänzung, kein Ersatz, und gilt zunächst nur in Deutschland. Die Regelungen dazu treten zudem erst in Kraft, sobald die technischen Voraussetzungen vorliegen. Die Kontrolle der Fahrerlaubnis erfolgt weiterhin am physischen Original.
Diese Kontrolle bleibt eine Halterpflicht: Wer das Führen eines Fahrzeugs ohne gültige Fahrerlaubnis anordnet oder zulässt, macht sich nach § 21 StVG strafbar. Eine gesetzlich fixierte Kontrollfrequenz gibt es nicht – sie leitet sich aus der Halterverantwortung ab, und in der Praxis hat sich ein halbjährlicher Rhythmus etabliert.
Ein Entlastungsvorschlag zur Kontrollfrequenz liegt dem Bundestag vor, ist aber nicht verabschiedet. Bis dahin bleibt es beim bewährten Vorgehen: dokumentierte Kontrolle bei Überlassung, regelmäßige Wiederholung, anlassbezogene Prüfung.
Eine längere Aufbewahrung von Fahrerzuordnungen ist personenbezogene Datenverarbeitung. Sie lässt sich nicht einfach durch eine geänderte Systemeinstellung herstellen – sie braucht eine dokumentierte Grundlage.
Der Aufwand hierfür ist überschaubar, das Risiko einer unterlassenen Anpassung nicht: Wer Daten ohne angepasste Grundlage länger speichert, tauscht ein Bußgeldrisiko gegen ein datenschutzrechtliches.
Aufbewahrungsdauer anheben
Auf mindestens sechs bis sieben Monate – für Poolbuchungen, Schlüsselübergaben und Überlassungsverträge. Der Puffer deckt Postlauf und Bearbeitungszeit ab.
Löschkonzept und Betriebsvereinbarung anpassen
Damit die längere Vorhaltung datenschutzkonform bleibt – mit Begründung, Zweckbindung und Beteiligung der Arbeitnehmervertretung.
Bearbeitungsweg für Anhörungsbögen definieren
Eingang, Zuordnung, Antwortfrist, Eskalation – mit einer benannten Zuständigkeit. Anhörungsbögen haben kurze Fristen; ein Schreiben, das drei Tage auf einem Schreibtisch liegt, kostet die Hälfte der Bearbeitungszeit.
§ 4c StVG in Car Policy und Unterweisung aufnehmen
Falschangaben zur Fahrereigenschaft sind ein eigener Bußgeldtatbestand – auch als Gefälligkeit ohne Bezahlung. Das sollten Fahrer wissen, bevor der erste Anhörungsbogen kommt.
Führerscheinkontrolle unverändert fortführen
Am physischen Original, dokumentiert. Der digitale Führerschein ändert daran vorerst nichts.
Seit dem 1. Juli 2026 gilt für Verkehrsordnungswidrigkeiten eine einheitliche Verfolgungsverjährung von sechs Monaten; die bisherige Staffelung mit einer Drei-Monats-Grenze bis zur Anhörung ist entfallen. Für Fuhrparks ist das keine Rechts-, sondern eine Datenfrage: Anhörungsbögen können bis zu einem halben Jahr nach dem Verstoß eintreffen, während viele Systeme Fahrerzuordnungen weiterhin nach drei Monaten löschen. Wer den Fahrer nicht benennen kann, riskiert keine automatische Geldbuße, sondern eine Fahrtenbuchauflage nach § 31a StVZO – im Wiederholungsfall für den gesamten Fuhrpark. Verstärkt wird der Effekt durch die neue Rechtsgrundlage für digitale Parkraumkontrolle, die mehr Verstöße erfassbar macht.
Drei konkrete nächste Schritte: erstens die tatsächlichen Löschfristen der beteiligten Systeme abfragen – insbesondere beim Poolbuchungssystem, wo sie meist technisch voreingestellt und nie bewusst gewählt wurden. Zweitens die Anhebung auf sechs bis sieben Monate im Löschkonzept begründen und die Betriebsvereinbarung nachziehen. Drittens § 4c StVG in die nächste Fahrerunterweisung aufnehmen, weil Gefälligkeitsangaben jetzt ein eigener Tatbestand mit einem Rahmen bis 30.000 Euro sind.
„Die Gesetzesänderung hat einen Halbsatz gebraucht. Ihre Systemeinstellung braucht auch nur einen – nur hat sie bisher niemand geändert.“
Halterpflichten-Check
Sind Ihre Prozesse auf sechs Monate eingestellt?
moviqon begleitet Unternehmen bei der Steuerung ihrer Fuhrparks – von der Analyse über die Richtlinie bis zur Umsetzung. Unabhängig, datenbasiert und ohne Anbieterbindung.
Wichtig: Wir sind keine Rechtsanwaltskanzlei und erbringen keine Rechtsberatung. Wir sorgen dafür, dass Ihre Prozesse und Daten im Ernstfall tragen.
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Wie lange ist die Verjährungsfrist bei Verkehrsordnungswidrigkeiten?
Seit dem 1. Juli 2026 einheitlich sechs Monate ab Tatbegehung, geregelt in § 26 Abs. 3 Satz 1 StVG für Ordnungswidrigkeiten nach § 24 Abs. 1 StVG. Die bisherige Staffelung – drei Monate bis zur Anhörung beziehungsweise zum Bußgeldbescheid, danach sechs Monate – ist entfallen. Entscheidend ist, ob innerhalb der sechs Monate eine verjährungsunterbrechende Maßnahme nach § 33 OWiG ergriffen wird.
Was bedeutet die längere Frist für Fuhrparks konkret?
Anhörungs- und Zeugenfragebögen können bis zu einem halben Jahr nach dem Verstoß eintreffen. Ob sich der Fahrer dann noch zuordnen lässt, entscheidet die Aufbewahrungsdauer der eigenen Systeme. In vielen Unternehmen sind Poolbuchungen, Schlüsselausgaben und Übergabeprotokolle weiterhin auf drei Monate eingestellt – eine Einstellung aus der alten Rechtslage. Daraus entsteht eine Lücke von rund drei Monaten.
Wie lange sollten Fahrerzuordnungsdaten aufbewahrt werden?
Sinnvoll sind mindestens sechs bis sieben Monate. Der Puffer über die gesetzliche Frist hinaus deckt Postlauf, interne Weiterleitung und Bearbeitungszeit ab. Die Anhebung ist personenbezogene Datenverarbeitung und gehört begründet ins Löschkonzept; bestehende Betriebsvereinbarungen mit festgeschriebenen Löschfristen sind anzupassen.
Muss ein Halter den Fahrer benennen?
Eine allgemeine gesetzliche Benennungspflicht wurde nicht eingeführt. Es bleibt beim bisherigen System: kein Benennungszwang, aber die Fahrtenbuchauflage nach § 31a StVZO als mögliche Folge fehlender Mitwirkung. Die Novelle ändert daran nichts – sie verlängert nur den Zeitraum, in dem die Frage gestellt werden kann.
Was droht, wenn der Fahrer nicht ermittelt werden kann?
Nicht automatisch ein Bußgeld, sondern eine Fahrtenbuchauflage nach § 31a StVZO. Im Wiederholungsfall kann sie für den gesamten Fuhrpark angeordnet werden. Wirtschaftlich ist das der größere Posten: Ein Bußgeld für einen Parkverstoß liegt im zweistelligen Bereich, eine Fahrtenbuchauflage bedeutet dauerhaften Dokumentationsaufwand über Monate.
Was regelt der neue § 4c StVG zum Punktehandel?
Er stellt bewusst unzutreffende Angaben zur Person des Fahrzeugführers gegenüber Behörden unter Bußgeld, ebenso das Veranlassen solcher Angaben sowie Vermittlung und Werbung dafür. Der Rahmen reicht über § 23 StVG bis 30.000 Euro. Wichtig für Fuhrparks: Die Sanktionierung wurde ausdrücklich auf den privaten Bereich ausgeweitet, sodass auch Gefälligkeitsangaben ohne Bezahlung erfasst sind.
Was ändert sich durch die digitale Parkraumkontrolle?
§ 63g StVG schafft die Rechtsgrundlage für sogenannte Scancars, die im Vorbeifahren Kennzeichen erfassen und mit Parkberechtigungen abgleichen. Für Fuhrparks wirkt das in Kombination mit der längeren Verjährungsfrist: Parkverstöße sind das klassische Massendelikt im Flottenalltag, und eine systematischere Erfassung erhöht die Zahl der Anhörungsbögen.
Ersetzt der digitale Führerschein die Führerscheinkontrolle?
Nein. Der digitale Führerschein ist ein ergänzendes elektronisches Dokument, kein Ersatz, und gilt zunächst nur in Deutschland. Die entsprechenden Regelungen treten zudem erst in Kraft, sobald die technischen Voraussetzungen vorliegen. Die Kontrolle erfolgt weiterhin am physischen Original und bleibt Halterpflicht: Wer das Führen eines Fahrzeugs ohne gültige Fahrerlaubnis anordnet oder zulässt, macht sich nach § 21 StVG strafbar.
Gilt die neue Frist auch für Verstöße vor dem 1. Juli 2026?
Nach verbreiteter Auffassung erfasst die längere Frist auch Fälle, bei denen die alte Frist zum Stichtag noch nicht abgelaufen war. Ob und in welchem Umfang das im Einzelfall gilt, ist eine Rechtsfrage; bei laufenden Verfahren lohnt die anwaltliche Prüfung von Fristen, Zustellung und verjährungsunterbrechenden Maßnahmen.
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„Nicht das Bußgeld ist das Problem. Die Fahrtenbuchauflage ist es.“
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Rechtlicher Hinweis (Stand: Oktober 2026)
Dieser Beitrag gibt Rechtsänderungen in zusammengefasster Form wieder und ordnet sie aus Fuhrparkperspektive ein. Er stellt keine Rechtsberatung dar und begründet kein Mandatsverhältnis; moviqon ist keine Rechtsanwaltskanzlei. Die Ausführungen zur Anwendung der neuen Verjährungsfrist auf vor dem 1. Juli 2026 begangene Taten geben eine verbreitete Auffassung wieder; die Beurteilung im Einzelfall ist anwaltlich zu prüfen. Ob und in welchem Umfang die dargestellten Vorschriften auf eine konkrete Konstellation anwendbar sind, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Datenschutzrechtliche Fragen zur verlängerten Aufbewahrung personenbezogener Daten sowie arbeitsrechtliche und mitbestimmungsrechtliche Aspekte sind mit den zuständigen Stellen und der Arbeitnehmervertretung abzustimmen. Angaben zum digitalen Führerschein und zum europäischen Rechtsrahmen geben den Stand zum genannten Datum wieder; Zeitpunkte und Inhalte können sich ändern.




